Welche Symptome hat eine unipolare Depression?
Nach dem ICD-10, einem internationalen Krankheitsklassifikationssystem, hat eine depressive Episode folgende Hauptsymptome: Erstens, eine depressive, gedrückte Stimmung mit einem für den/die Betroffene/n ungewöhnlichen Ausmaß. Diese liegt über die meiste Zeit des Tages sowie beinahe jeden Tag vor. Sie ist im Wesentlichen unbeeinflusst von Umständen. Zweitens eine Interessen- oder Freudlosigkeit und drittens eine Störung des Antriebs oder erhöhte Ermüdbarkeit. Nebensymptome einer Depression können beispielsweise Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle und Schlafstörungen sein. Die Symptomatik tritt über mindestens zwei Wochen auf.
Welche Symptome hat eine bipolare Erkrankung?
Bei einer bipolar-affektiven Störung treten häufig auch depressive Episoden auf. Zusätzlich zu diesen kommen jedoch mindestens eine oder mehrere sogenannte manische oder hypomanische Phasen vor. Eine Manie zeigt sich, nach ICD-10, durch folgende Hauptsymptomatik: Unangemessen gehobene Stimmung, häufig mit sorgloser Heiterkeit oder auch schwerkontrollierbarer Gereiztheit bzw. Erregung, häufig begleitet von stark gesteigertem Antrieb, vermindertem Schlafbedürfnis und riskanten Verhaltensweisen. Die Symptomatik besteht über mindestens 1 Woche. Zusätzliche Symptome können ein starker Rededrang und ein Verlust von sozialen Hemmungen sein.
Wie werden Depressionen behandelt?
Eine Behandlungsmöglichkeit von Depressionen ist die Psychotherapie. Bei Depressionen wird häufig eine Kognitive Verhaltenstherapie, eine Interpersonelle Psychotherapie oder eine Tiefenpsychologische Behandlung als Psychotherapie angewendet, da zahlreiche Wirksamkeitsnachweise dieser Methoden bei Depressionen vorhanden sind. Auch weitere Psychotherapien sind mit Therapieerfolgen bei Depressionen belegt. Insbesondere bei mittelgradigen oder schweren Depressionen werden häufig zusätzlich Medikamente, genauer gesagt Antidepressiva, eingesetzt. Fachtherapien wie eine Ergotherapie können ergänzend in das Therapieprogramm von Depressionen aufgenommen werden.
Sind Depressionen vererbbar?
Wissenschaftlich gut belegt sind familiäre Häufungen des Auftretens depressiver Erkrankungen. Verwandte von Betroffenen mit Depressionen haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Dies kann auf eine genetische Komponente von Depressionen hinweisen, wobei stets weitere Faktoren bei der Entstehung von Depressionen relevant sind, wie Umweltfaktoren, Interaktionsstile, Lebensereignisse, neurobiologische Vorgänge und weiteres. Die Entstehung von Depressionen wird somit als multifaktoriell vermutet und sollte nicht auf eine Vererbung von Depressionen reduziert werden.